OB Dehmer verteidigt das Stadtentwicklungsprojekt Mach5

Die Geislinger Stadtverwaltung will stärker auf das vor rund dreieinhalb Jahren gestartete Stadtentwicklungsprojekt aufmerksam machen.

Frank Dehmer erlebt es ­immer wieder: „Viele Geislinger glauben, Mach5 ist beendet, weil sie nicht viel davon hören.“ Der Oberbürgermeister fasst sich an die eigene Nase: ­Vermutlich hätte die Verwaltung in der Vergangenheit den Stadt­entwicklungsprozess stärker in die Öffentlichkeit rücken müssen, gesteht er ein. Denn Mach5 sei beileibe nicht tot, sondern es ­geschehe seit der Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2014 nach wie vor viel – „wir können bloß nicht alle Vierteljahre eine Veranstaltung drauf packen, damit die Leute wieder daran erinnert werden“.

Das große Missverständnis in vielen Köpfen: Mach5 sei nicht mehr als das 2015 angestoßene Stadtmarketingkonzept. Dabei sei dies nur ein Teil des großen Ganzen, ausgeführt von der Marketing-Agentur „Gruppe Drei“, sagt Dehmer und betont: „Die ‚Gruppe Drei’ hat aber nicht Mach5 abgelöst.“ Der große Komplex der Stadtentwicklung bleibe nach wie vor in der Hand von Stadtverwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft.

Die drei Akteure entwickeln zusammen in Workshops Ideen für die Zukunft Geislingens, ­erarbeiten Konzepte und setzen Projekte um, um die Stadt stetig liebens- und wohnenswerter zu machen – das ist grob zusammengefasst das Ziel  von Mach5 (wir berichteten mehrfach). Ausgehend von rund 700 Ideen der Geislinger haben im Jahr 2015 Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Gemeinderäte zehn Leitsätze sowie strategische Ziele formuliert, die seither nach und nach umgesetzt werden (mehr im Infokasten).

Der OB weiß auch dabei um die Schwierigkeiten: Während beispielsweise beim Thema Stadtmarketing schon viel Konkretes entstanden ist – unter anderem das neue Stadtlogo und das Imagevideo – sind in anderen Bereichen Fortschritte nicht so klar zu erkennen. Dehmer nennt das Thema Wohnen: „Da tut sich beispielsweise mit dem Mehrgenerationenwohnen oder dem Bauprojekt in der Heidenheimer Straße was, aber mit dem Thema werden wir nie am Ende sein, weil die Gesellschaft sich weiterentwickelt und neue Bedürfnisse entstehen.“ Mach5 versteht er deshalb als „Wanderung, bei der man nie an ein Ziel kommen wird“, und er sagt: „Stadtentwicklungskonzepte sind früher zwar auch entwickelt worden, aber dann oft für die nächsten 20 Jahre in der Schublade verschwunden. Wir arbeiten nachhaltig und stellen unsere Leitsätze deshalb zusammen mit den Bürgern regelmäßig auf den Prüfstand und passen sie falls nötig an.“

  • Wohnen: Attraktiver bedarfsgerechter Wohnraum für alle.
  • Einkaufen: Vielfältiges Sortiment; freundlicher, persönlicher Kundenservice. Attraktive Fuzo, gut erreichbare Einkaufsstadt.
  • Wirtschaft und Hochschule: Geislingen als attraktiver Standort mit hoher Lebens- und Freizeitqualität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
  • Tourismus, Kultur und Freizeit: Vielfältiges Angebot von Kommune, Vereinen und ­Privaten. Touristisch gut erschlossene Natur, ­attraktive Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten.
  • Familie, Bildung und Soziales: Gut ausgebauter Bildungs- und Sozialbereich; bunte, zukunftsorientierte Stadt.
  • Integration/Inklusion: Die ganze Welt in Geislingen zu Hause.
  • Umwelt: Saubere, grüne Stadt mit erlebbaren Gewässern und gewachsener Kulturlandschaft.
  • Mobilität: Gute Verkehrsanbindung/ -fluss.
  • Bürgermitwirkung: Jeder kann sein Wissen, seine Meinung und ­Erfahrung einbringen.
  • Stadtmarketing: Geislingen als vielfältige attraktive Stadt nach innen und außen.

 

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